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Mitte Oktober 2021, Coppenbrügge

 

 

 

Wandel. Wandel der Jahreszeiten: nach gefühltem Kurzsommer, jetzt die kurzen Tage des Herbstes. Wandel des Status: von “Genesen” - “oh war es schlimm ?” zu “Jetzt noch nicht geimpft” - “wie kann man nur” oder so ähnlich. Wandel der Arbeitsstelle von Martin: Dankbarkeit die Möglichkeit gehabt zu haben wieder in der Ergotherapie anzukommen, jetzt neue Herausforderung in einem anderen Team auf dem Land.

 

Alles ist im Wandel. Das haben sicherlich schon mehrere Weise Frauen oder Männer festgestellt, das ist das Leben und wir gehen mit dem Wandel, im Rahmen unserer Möglichkeiten.

 

Nach dem ich, Martin, mich vor ein paar Tagen entschieden habe mich 1 x Impfen zu lassen, damit ich nicht jeden Tag getestet werden muss in der Arbeit, las ich dann eine Nachricht vom Virologenverband auf der Webseite der Tagesschau, dass diese festgestellt haben dass Genesene mindestens 1 Jahr wenn nicht noch länger immun und geschützt sind und sie die “Politik” bitten dieses Wissen, (welches die Wissenschaftler “erschaffen” haben ;) ) zur Kenntnis zu nehmen und umzusetzen. Nach meinem Dafürhalten wäre es für meinen Körper nicht zweckdienlich wenn er immun ist und gelernt hat mit der Krankheit umzugehen ihm noch was dazu zu geben was er augenscheinlich nicht braucht um dann wieder zu den 2 G zu gehören. Noch mehr Salz in einer Suppe macht sie nicht besser. Bin jetzt gespannt ob die “Politik” bzw. die verantwortlichen Politiker auf die Wissenschaftler hören. Bei den Klimamaßnahmen wünsche ich mir dies auch.

 

Dies in Kurzform was uns gerade gesellschaftlich, persönlich bewegt.

 

Bewegt haben wir uns in unserem “Kurzsommer-Kurzulaub” knappe 2 ½ Wochen von den Bergen des Weserberglandes zur See, zur nördlichen See, die mal da war und mal nicht, so wie die Sonne oder der Regen. Auf den Wind konnten wir uns meistens verlassen.

 

Nach 4 Tagen stellten wir fest, dass wir gerade 60 km Luftlinie von unserem neuen Zuhause entfernt waren. Da ja in unserer unmittelbarer Umgebung noch alles Neu ist konnten wir unser gewohntes Langzeitreisetempo gut umsetzen. Wir fuhren an der Weser entlang bis zum Durchbruch bei Porta Westfalica wo sich dann die Norddeutsche Tiefebene bis zum Meer erstreckt. Der “alte” Kaiser Wilhelm grüßt dort hoheitsvoll sein Volk von ganz oben herab, von einem Monumentalen Denkmal.

 

In Minden besichtigten wir eine Wasserstraßenkreuzung, der Mittellandkanal mit alter und neuer Fahrrine über die Weser und eine dazugehörige Schachtschleuse mit 13.50 m Hub alles ebenfalls sehr monumental.

 

Danach ging es ein wenig “natürlicher” zu, im Wolfsgehege bei Döverden. Keines dieser Wesen war in seinem Leben frei in der Natur unterwegs, schon immer in einem Gehege, durften den Kontakt zur Natur und Wildnis (Freiheit) nie wirklich lernen auch wir haben diesen wohl verloren. Wir hatten in der Nacht dort auf dem Parkplatz einen gigantisch schönen Sternenhimmel und die Wölfe heulten immer wieder mal, so bekamen wir eine kleine Idee von dem Großen Ganzen.

 

Weiter ging es in den Norden über das Künstlerstädtchen Worpswede, der für uns lesenswerte Roman “Fliegende Erdbeeren” von Hans Kruppa, spielt dort, nach Elsfleth an der Hunte die dort in die Weser fließt. Vor uns war ein Frachtschiff angetaut wir sahen den Fluss nicht, irgendwann war der Fluss zu sehen, das Schiff hatte die Sicht auf ihn freigegeben, von dem sahen wir nämlich nur noch die Funktmasten. Das war beeindruckend ein Tidehub von 4.50 m, ca. 50 km vom Meer entfernt, welche für uns unsichtbaren Kräfte da wirken!

 

Dann fuhren wir an die See bei Schillig, die war aber für uns wegen Überfüllung geschlossen. In 3 -4 Tagen könnten wir anrufen und fragen ob es was zu reservieren gibt. Ja klar: Sommerferien! für uns Neuland. Nachdem wir dann im Nachbarort Hooksiel beim Hallenbad unseren teuersten Stellplatz bekamen, inklusive gute 30 min Fußmarsch bis zum Wasser oder Matsch, entschuldigung Wat, planten wir um. Wir fuhren über Bremerhaven: leckere Fischsemmeln, Hafenflair mit für uns Landeier beeindruckender Hafenrundfahrt, alte große Segelschiffe (Handelsschiffe) lagen am Kai, moderne Frachter Autotransporter (6000 Fahrzeuge) lagen im Außenhafen, Kriegsboote und das Traumschiff aus dem Fernseher waren auch zu sehen. Die echte andere Welt? Bremerhaven ist der größte Automobilumschlagplatz in Europa. Tag für Tag können 6000 Fahrzeuge ein und ausgeladen werden das geht in die Millionen in einem Jahr. In einem der Docks wurde in 6 jähriger Bauzeit eine Superjacht für ca. 500 Millionen Euro für einen Privatmann gebaut. Er hat dies inzwischen verkauft und eine neue größere in Auftrag gegeben. Eigenes Raketenabwehrsystem, 1000 Fernseher etc. alles wieder sehr Monumental.

 

Wir fuhren dann ins beschauliche Friedrichskoog fanden einen ruhigen windgeschützten Stellplatz, ca. 10 min bis zum Strand und setzten uns nicht mit der monströsen Weltwirtschaft sondern mit stürmischem Wind, Regen und tollem Licht, wenn sich die Sonne zeigte, auseinander. Die Coronaregelungen holten uns dort ein als ein Mann vom Ordnungsamt wissen wollte welchen Status wir haben. Es war dort schon 3 G obwohl nirgends auf diese Regelung hingewiesen wurde. Auf einem Stellplatz, auf dem die Fahrzeuge mindestens 10 m Abstand hatten und kein Gebäude war das man gemeinsam betreten hätte konnen. Wir hatten unsere Genesenbescheinigungen dabei und durften bleiben.

 

Martin konnte sich Dank modernster Technik (Internet) mit dem Thema Veränderung/Wandel des Erwerbsarbeitsplatzes auseinandersetzen und fand in den Tiefen des Internets einen Platz der ihn ansprach.

 

In Friedrichskoog besuchten wir eine Robben-und Heulerstation, in der Robbenwaisen eine Heimat finden bis sie groß genug sind in der See selber zu überleben. Viel Engagement von jungen Erwachsenen war dort zu beobachten.

 

Zum Ende der Reise ging es wieder südwärts. Wir wanderten durch die blühende Lüneburger Heide, bestiegen den Wildseder Berg mit ca. 169 m über der See und durften Kreuzottern im Pietzmoor beobachten. Ein guter Abschluß für unsere erste Reise hier im Norden der Republik. Es hat uns gut getan mal wieder zu dritt in unserem Unimog unterwegs zu sein.

 

Hier haben wir noch ein neues Gartenbeet angelegt, denn wie heißt es: die Hoffnung stirbt zuletzt und wir hoffen dass die Tage wieder länger werden und es wieder wärmer wird. Das nennt man dann Frühling.

 

In diesem Sinne wünschen wir allen immer ein warmes und trockenes Zuhause und genügend Licht innen und aussen, bis die Sonne wieder kommt!

 

 

 

Alles Liebe

 

 

 

Martin, Stephanie und Sarah

 

 

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