Hier findest du den aktuellsten Bericht. Alle weiteren Berichte findest du oben!

Freitag, 19. Mai 2017

 

 

 

Nach Ostern dem Neubeginn, dem Start ins Frühjahr machte Stephanie im Schneetreiben zunächst das Hinterteil des Unimogs sicher gegen illegalen Wohnungsbau, da sich immer weitere Vögel entschlossen hier ihr neues Heim zu gründen. Da wir ja immer mal wieder wegfuhren wollten wir somit weiteren Zwangsumzügen vorbeugen. Soweit unsere Idee. Nach einem schönen Pferdenachmittag, wo Martin seine alten "Reiterfahrungen" hervorkramte und Sarah und Stephanie neue sammeln konnten (herzlichen Dank an die Tante von Stephanie) und vielen Essenswagen schieben, dass mit den 120 Stunden klappt jetzt, bereiteten wir uns auf unseren vorerst letzten Mongoleivortrag vor. Wir mussten nochmals einen anderen PC organisieren der für den Vortrag im Kino geeignet war. Wir lernen dabei immer mehr über die Pc`s. Der eine ist schnell hat guten Ton aber kein Full HD. Der andere hat Full HD aber die Lautstärke reicht nicht, der Dritte ist langsam hat aber Full HD und genügend Lautstärke uns so weiter, alles recht komplex.

 

Einige Tage vor unserem Vortrag, wohin wir auch mit dem Unimog fahren wollten, bekamen wir ein Mail von einem aufmerksamen Menschen der uns mitteilte, dass wir am Unimog wieder Untermieter hätten. Herzlichen Dank dafür Nils.

 

Als wir nachschauten suchten wir und suchten wir... fanden aber zunächst nichts. Als wir uns aufs beobachten aus der Ferne besannen sahen wir, dass in unser Abluftrohr vom Kühlschrank wo eine Lamelle abgebrochen war ein Vogel hineinkroch. Unvorstellbar für uns, dass da ein Vogel reinpasst. Wir schauten dann genauer nach, ja es war ein Blaumeisennest, die Mutter saß auf den Eiern bzw. Jungvögeln. Zwei Tage später wollten wir losfahren. Was tun. Wir öffneten das Lamellengitter in der Hoffnung, dass sie die "gute Stube" freiwillig verlassen wenn sie jetzt entdeckt sind. Ein naives Denken. Also die Entscheidung Zwangsumzug in ein Vogelhäuschen beziehungsweise Futterhäuschen (eine geeignete Nisthilfe mit Einflugloch in Meisengröße war grad nicht zur Hand). Was besseres fiel uns nicht ein. Wenn wir wegfahren mit Nest ist das der sichere Tod, soo gibt es noch eine Möglichkeit. Stephanie hat mit viel Gefühl und extra langen Grilllöffeln das Nest unbeschadet umgezogen. Jetzt müssten die Futterbringer noch merken oder lernen wo das neue Nest ist. Meter für Meter immer wieder im Dauerrregen wartend und beobachtend bis die Futterbringer den neuen Standort gefunden haben installierten wir das Häuschen in einem Baum.

 

Wir glauben diese Geschichte hatte kein wirkliches Happy End. Als wir am nächsten Tag den Unimog holten war das Nest leer. Diese Blaumeisen bauen natürlich nicht ohne Grund ihre Nester mit so engen Eingängen. Wohl darum, dass sich kein hungriger andere Vogel dem Nachwuchs nähern kann. In diesem Fall ging alles wohl den üblichen Weg in der Natur einer dient dem anderen (als Nahrung).

 

Uns kommt gerade der Gedanke, dass sich diese Vögel vielleicht "gedacht" haben, dass dies der  sicherste und beste Ort ist um ihre Nachkommen zu bekommen und sich sicher waren, dass sie das Richtige tun. So wie wir uns ja auch oft sicher sind das Richtige zu tun. Da wir wohl alle das große Ganze aber nicht überblicken ist es wichtig uns, für das Richtige, den Fluss  des Großen und Ganzen zu öffnen, unser "Richtiges" immer wieder in Frage zu stellen und uns demütig dem größeren Wandel hinzugeben.

 

 

 

Wir fuhren dann zum Vortrag und freuten uns in dieser speziellen Kino-Atmosphäre, auch mit der super guten Technik, unsere Reiseerfahrungen teilen zu dürfen. Das mit der Technik zog sich dann doch hin und wir konnten leider erst um 20.10 Uhr starten obwohl wir 18.45 Uhr damit begannen alles einzurichten. Herzlichen Dank nochmals an Kai den Filmvorführer der sich genauso ein nasses T-shirt erarbeitete wie wir.

 

Wir hatten wieder ein interessiertes Publikum und mit 46 Zuschauern die 3-fache Besucherzahl wie eine 200 Millionen Dollar Premiere die zur gleichen Zeit lief. Hat doch was, finden wir. Es war für uns wie auch für die Gäste wieder ein gelungener Abend und wir sagen Danke dafür. Wie dies mit den Vorträgen weitergeht werden wir sehen.

 

Noch ein großes Thema beschäftigt einen Großteil unsere Kleinfamilie, der Ackerbau, das Gärtnern. Stephanie und Sarah haben sich ein Stück Acker gepachtet, einen Sonnenacker, und entdecken sich und das Land und das Wachsen. Es ist wirklich zauberhaft das Wunder des Wachsens mitzuerleben. Wie bei der Schwangerschaft auch: Zuerst, aus diesem winzigen Körnchen soll wirklich was wachsen?! Und dann, die ersten Blätter sprießen zu sehen! Und dann, die Frucht zu bewundern und ihren Geschmack zu genießen. Doch so weit sind wir, zumindest auf dem Acker, noch nicht.

 

 

 

Wir wünschen allen, dass ihr wie viele junge Vögel flügge werdet und neugierig das Leben auf euch zukommen lasst.

 

Einen guten Übergang vom Frühjahr in den Frühsommer.

 

 

 

Alles Liebe

 

 

 

Martin, Stephanie und Sarah   

 

 

Reisen & Leben
Wege suchen - Wege finden