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Donnerstag, Olching, 14.06.2018

 

 

 

Seit 2 Wochen sind wir wieder hier in Deutschland und wieder im Arbeitsalltag ein Stück angekommen. Wir hatten uns für die 3- wöchige Reise vorgenommen, uns als Familie wieder mehr zu spüren. Was uns nach 1er Woche "Einarbeitung" mit einigen Holpersteinen und Diskussionen gelang. Dafür sind wir dankbar und hoffen dies weiter im Alltag fortzusetzen.

 

Kurz vor der Reise bestellten wir noch Stephanie`s Acker und Sarah begann mit Pferden Erfahrungen zu sammeln. Unseren Dieselkocher bekamen wir nach Austausch des "Herzens" sprich Steuerung wieder zurück und er kocht uns jetzt wieder unsere Suppen, Nudeln, Tees etc..

 

Nach der wunderschönen Soccia in Slowenien fuhren wir weiter zur Küstenstraße (Jadranska Magistrale). Dort fanden wir einen "Wildstellplatz" mit eigener Bucht und Sarah konnte zum ersten Mal im Mittelmeer baden, nachdem der Krebs seines Weges ging. So still und "wild" war der Platz dann doch nicht. Was sich uns erst abends zeigte. Da flanierten einige Menschen mit ihren Hunden von einer nahen Ferienanlage bei uns vorbei. Sie waren mit Sicherheit genauso überrascht auf ihrem Spazierweg unseren gelben Unimog zu sehen wie wir mit der Anzahl der Menschen die durch "unser Wohn-und Esszimmer" liefen.

 

In Senij aßen wir dann das "sauerste Mangoeis aller Zeiten". (Sarah vermutet, dass es an den Piraten liegt, die früher hier lebten und die einfach zuu viele Zitronen erbeuteten und nach Senji gebracht haben) Sarah hat uns mit freundlicher Unterstützung ihrer Freundin und Großtante zum Eis essen eingeladen. Herzlichen Dank. 

 

Nach einem kleinen Abstecher in den NP Velebit mit Besichtigung der Bärenauffangstation in Kuterevo kamen wir  in eine unserer Lieblingslandschaften, auf der (Geröll-) Wüstenhaften Insel Pag . Dort fühlten wir uns zu Hause und fanden zwei schöne Stellplätze für uns mit jeweils eigener Bucht in wunderschöner Natur. Nach diesem ersten Ankommen auf der Reise ging es dann recht zügig die Küstenstraße entlang, Besichtigung des Museumsstädtchen Trogir bis nach Ston bzw. zur entsprechenden Badebucht Prapratna mit Sandstrand, wo wir auf dem Campingplatz Unimog-checks und Urlaub machten (2 Tage).

 

Stephanie fiel in Trogir und Umgebung auf, dass einige Häuser hinten dran einen kleinen Acker haben. Wo der fehlte war jedes kleine Stückchen Erde ums Haus, rechts und links des Weges durchs "Vorgärtchen" (das in Deutschland begrünt wäre) zu Ackerfläche umgewandelt, wo Salat, Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln und einiges anders mehr wuchsen. Gelebtes "local food" vermutlich nicht aus Idealismus...

 

Nach 13 Tagen "Anreise" und 1565 km kamen wir in Monte Negro (Crna Gora) oder "Schwarzer Berg" in der Bucht von Kotor an. Dort übernachteten wir auf einem Autokamp, Privatwiese mit sauberen Klohäuschen und Kaltdusche, sowie Feigenbaum der mit seinen unreifen Früchten nach uns warf, für 12 €.

 

Am nächsten Tag ließen wir uns von einem kleinen Motorboot auf die Insel Gospa od Skrpjela (Frau vom Felsen) die vor dem 300 Einwohnerort Perast liegt fahren. Die Ursprungskirche wurde 1492 gebaut auf einem kleinen Felsen. Seit dieser Zeit wurden dort Schiffe versenkt und Steine hingefahren um die Insel zu vergrößern. Jetzt haben die vielen Touristen die diese besondere Insel besuchen zum Glück genügend Platz. Wir fanden auf dieser Insel einen ruhigen Platz und konnten jeder für sich und doch gemeinsam eine recht stärkende, ankommende Energie wahrnehmen. Diese Insel war ein wenig das "Ziel" dieser Reise, da Martin vor Jahren schon mal dort  und sehr berührt von diesem Ort war. Er hat eine Kraft für uns. Wir sind dankbar dass wir dies spüren und wahrnehmen durften. Wir wünschen jedem Menschen, dass er in seinem Leben die Orte findet die zu ihm sprechen und dass er dies wahrnehmen kann und darf.

 

Nach einem leckeren Eis und heftigem Gewitter in Perast, dieser Stadt der Kapitäne und der freundlichen Menschen, fuhren wir weiter zur Weltkulturerbestadt Kotor. Dort 24 Stunden Parken 30€. Nach dem Regen und am späten Nachmittag waren viele Touristen wieder abgezogen, so hatten wir diese sehenswerte Altstadt fast für uns alleine und genossen dies auch unter anderem mit einer leckeren, heißen Schokolade für Sarah.

 

Wir sagten "Auf Wiedersehen" zum Meer und fuhren die schmale Serpentinenstraße hoch hinauf von 0 auf über 1000m in den NP Lovcen. Dort auf einem Sattel fanden wir ein Platz für uns. Stephanie hat übers GPS gesehen, dass ca. 1 km von der Straße entfernt eine Quelle sein soll. So machten wir uns auf den Weg dorthin. Wir fanden eine alte Schützenstellung vom letzten Krieg auf dem Weg zur Quelle. Dort füllten wir unsere Flaschen und kleine Kanister mit "richtigem Quellwasser" und fanden es lecker. Zurück zum Unimog, in der Stille des Bergwaldes, hörten wir plötzlich laute Musik und lauten Gesang. Es hörte sich an wie eine Gruppe Jugendlicher die eine Party machen.  Das klang für uns, die gerade aus der stillen und wundersamen Natur kamen unpassend und es störte uns zunächst. Mit Abstand und etwas leiserer Musik betrachtet, hat es aber auch Platz dafür in dieser weiten Natur. (Stephanie fühlte sich an den mongolischen Frauengesang erinnert, der auch "laut" ist und diese Weite braucht, darin eingebettet ist.)

 

Als wir vorbeigingen machten die zwei jungen Männer, die die Party für sich machten, die Musik leiser. Sie sahen dass wir Wasser von der Quelle dabei hatten. Einer der jungen Männer sprach uns dann an. Er erzählte dass sein Opa im nächsten Dorf wohne und gesagt habe, dass dieses Wasser nicht mehr gut wäre, da im letzten Krieg auch mit Uranmunition geschossen worden sei und daher würden sie das Wasser nicht mehr trinken. An sowas denken wir natürlich nicht wenn wir eine Quelle in den Bergen finden. Wir sagten Danke für den Hinweis und gaben dieses Wasser direkt wieder der Natur zurück.

 

Wir fanden dann noch unseren stillen Platz sogar mit Regenbogen.

 

Weiter ging es über Cetinje, Podgorica Richtung Norden durchs spektakuläre Moraca Tal/Schlucht bis zur Skistadt Kolasin (1016m).Wir fuhren dann hoch ins Skigebiet Bjelasica und in den angrenzenden NP Biogradska auf gute 2000 m.

 

Wir wollten schauen ob wir über die Berge zum See Biogradska Jezero kommen. War aber auf Grund von Schnee, der gerade geräumt wurde und zu enger Fahrweg für uns nicht möglich. Wir hatten einen wunderbaren Panoramastellplatz für die Nacht und am nächsten Morgen ging es wieder runter. Wir fassten wieder Wasser aus einer Quelle in der Hoffnung dass hier kein Krieg war oder zumindest nicht mit Uranmunition geschossen wurde. Entlang der Tara fuhren wir weiter Nord-westlich bis nach Zablijak das am Rande des Durmitor NP liegt. Dort verbrachten wir auf einem kleinen Camping, mit netten Menschen 2 Tage, besuchten den schwarzen See Crno Jezero, durchquerten Wasserfälle und genossen die Sicht auf die Berge.

 

Danach begann die Rückfahrt zunächst auf herrlich-schmaler Bergstraße durchs schöne Durmitorgebirge, vorbei am Piva-stausee bis zum Zusammenfluss der Piva und der Tara im kleinen Grenzdorf Scepan Polje. Dort verbrachten wir die Nacht auf der Parkplatzwiese eines Raftinghotels und gingen zum Abschluss nochmals essen was in Monte Negro mit kleinerem Budget gut möglich ist.

 

Am nächsten Morgen: auf Wiedersehen Monte Negro und hallo Bosnien Hercegovina, Republik Srepska. Für uns ein Fahrtag zum Teil durch schöne Berglandschaft und zum Teil ein Dorf/Stadt nach dem anderen. Abends begann es zu gewittern und wir suchten in Jajce einen Campingplatz auf. Im Regen gingen wir noch auf Entdeckungstour und fanden ein paar kleine Wasserfälle mit kleinen Hüttchen. Martin ging auf einem der unteren Holzstege um Stephanie und Sarah mit den Wasserfällen fotografieren zu können. Der Holzsteg war teilweise überflutet und auf dem Rückweg "zack, bumm".  Die Glocken /Trompeten von Jericho im Ohr. Das ist das aus. Nein, ich liege im Wasser der Kopf tut weh, was tun, liegen bleiben? Nein! Stephanie und Sarah  Bescheid geben, Aufstehen! Geht das? Okay nicht schwindlig! Ah da sind sie, ich rufe, sie hören mich nicht! Das Wasser rauscht zu laut! Weiter gehen! Jetzt hören sie mich! Danke!"

 

Diagnose von Stephanie: "Ab ins Krankenhaus".

 

Langsam zurück zum Camping. Der freundliche Mann ruft die Ambulanz. Der Rettungswagen, sehr spartanisch eingerichtet. In der Notaufnahme wird gewaschen, desinfiziert sie wollen nähen. Eine Frau, die fließend deutsch spricht erscheint und übersetzt. Danke! Der Arzt entscheidet obwohl er schon Nadel und Faden in der Hand hat, dass dies ein Chirurg machen soll. Wir werden ein paar Häuser weiter gefahren mit der Ambulanz. Ein freundlicher Arzt, der sehr gut englisch sprach, erklärte der Chirurg würde von zu Hause kommen und die Wunde nähen, was er nach schmerzhafter Betäubungsspritze dann auch tat. Er nähte auch gleich eine gerollte Kompresse auf der Wunde fest. Sarah meinte dazu: "Jetzt bist du ein geplatztes Ei". Das Ganze kostete umgerechnet 40€. Wir waren dankbar, dass wir in Euros zahlen konnten da wir kein Geld getauscht hatten. Von der Ambulanz wurden wir zum Campingplatz zurückgebracht. Was ein Service! Die Menschen waren sehr hilfsbereit und freundlich, ganz herzlichen Dank.

 

Jetzt war klar, dass wir noch etwas schneller als geplant zurückfahren, da Martin die Wunde vor dem Wochenende noch in Deutschland vom Hausarzt anschauen lassen sollte. Die nächsten 2 Tage mit ein wenig Kopfschmerzen ging es schnurstracks zurück nach Deutschland wo wir mit einem heftigen Gewitter empfangen wurden. Der Hausarzt war zufrieden mit der Wundversorgung inzwischen sind die Fäden gezogen und alles ist wieder gut bis auf ein paar Kopfschmerzen bei Anstrengung. Wohl mal wieder Glück gehabt. Danke!

 

Nach der Reise ist vor der Reise schaun wir  mal wie unsere Lebensreise weitergeht.

 

 

 

Euch allen eine gute Zeit

 

 

 

Alles Liebe

 

 

 

Martin, Stephanie und Sarah    

 

 

 

 

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