Olching, 09.02.2017

 

 

 

Kaum hat das Neue Jahr so richtig begonnen hat Martin seine Phase der Nichtangestellten Bezahlarbeit beendet, die jetzt fast 4 Jahre dauerte. Martin ist jetzt wieder in Lohn und Brot und fährt in Teilzeit einen 12 t Lkw von einer Klinik zur anderen damit die Menschen dort auch was feines zu essen bekommen. So kommt es wieder zu einer Annäherung an das Gesundheitssystem, auf einer anderen Ebene, unten im Keller in den Kühlräumen. Nicht in Weiß sondern als Arbeiter.

 

Eine Neue und spannende Erfahrung für Martin die auch dazu beiträgt, dass mal wieder Geld, dieser Ausdruck einer Illusion der scheinbar die ganze Menschheit in Atem und Bewegung hält, auf unserem  Konto "gutgeschrieben" wird.

 

Das Neue Jahr haben wir in winterlicher Kälte im Unimog begonnen und das Alte mit einem kleinen Feuer verabschiedet.

 

Wir hatten unseren 2. selber organisierten Vortrag in Landsberg am Lech mit ein wenig mehr Unterstützung der Presse. Es kamen Freunde und wir lernten neue Freunde kennen es war ein sehr berührender Abend im Austausch mit Gleichgesinnten. Es kamen so viele, dass wir unsere erste "schwarze Null" schrieben, zumindest für diesen Vortrag. Ganz herzlichen Dank an alle Besucher. Wunderbar. (an dieser Stelle auch Danke für die Gästebucheinträge, von einem haben wir keine e-mail Adresse mit gesandt bekommen um uns persönlich zu bedanken)

 

Der nächste Vortrag wird am 29. März in Gräfelfing stattfinden und dann geht es wohl erst im Herbst wieder weiter mit Vorträgen. Wir haben einige Anfragen laufen und werden sehen was sich ergibt. Für Januar 2o18 haben wir eine Räumlichkeit in Starnberg angemietet. Früher war kein Termin frei. Da müssen wir ganz schön weit in die Zukunft denken und wenn wir hin spüren wie verrückt sich ein Teil der Menschenwelt gerade verhält ist diese Zukunft eher wohl durch Getrenntsein und nicht Gemeinsamkeit geprägt, obwohl ja jede Familie, Sippe weiß dass Probleme nur gemeinsam zu lösen sind. Weltprobleme, die wir definitiv haben, sind auch nur gemeinsam zu lösen wenn dies nicht erkannt wird haben wir wohl bald unlösbare Probleme. Spannend, spannend.

 

Onkel Florian hat Sarah zu Weihnachten einen Sporttag in der Turnhalle geschenkt. Alle Geräte und der Platz ganz für sie alleine, das hat ihr riesigen Spaß gemacht und ohne sich auf andere Kinder zu konzentrieren, wie im Eltern-Kind-Turnen, hat sie 3 persönliche, körperliche Bewegungsgrenzen erweitert, spannend zu beobachten was passiert wenn Raum und Zeit da ist.

 

Mit den Geschenken an Weihnachten haben wir  gelernt wie schnell ein Kind, in diesem Fall Sarah, von zu vielen Geschenken überfordert ist. Wie schnell, mit nur einem Mal(!) eine Erwartungshaltung auf mehr und mehr gelernt wird, die dann oft, obwohl selbst verursacht und auch vorgelebt, nur ein paar Jahre später als maßlos kritisiert wird. So ist es, in unserer maßlosen Konsumwelt. Spätestens ab dem dritten Geschenk nimmt sie nicht mehr war was sie da auspackt und kann sich nicht mehr so darüber freuen wie beim Ersten.

 

So haben wir an ihrem 3. Geburtstag, den sie Ende des Monats zum ersten Mal bewusst erlebte, dies strukturiert, sodass die Uromas, die diesmal beim Schenken dran waren auch das Glitzern in den Augen der Urenkelin, sehen durften. Weniger ist mehr für alle Beteiligten.  

 

Auch wir leben gerade recht bescheiden und können beim fotografieren keine großen Geier oder phantastische Landschaften ablichten aber die heimische Vogelwelt mit dem entsprechenden Licht ist doch immer wieder ein Foto wert und soo schön anzusehen.

 

Genauso war es wert und berührend das Theaterstück Fadenspiel anzuschauen. Wir erfuhren aus der Zeitung, dass eine Schülerin des Viscardi Gymnasium Fürstenfeldbruck einen Traum hatte und diesen Traum teilt sie in einem selber geschriebenen Theaterstück mit anderen. Da es soo wichtig ist seine Träume zu leben und auszudrücken wollten wir daran teilhaben an diesem Traum. Einige Schülerinnen und Schüler führten das  Theaterstück "Fadenspiele" sehr professionell, absolut lebendig und mit viel Herz auf. Im Theater ging es zum einem darum, in wie weit bestimmen wir unseren Lebensweg selbst. Wie viel ist vorbestimmt, sich erfüllendes Schicksal, und zum anderen sind Menschen bereit ihr individuelles, das eigentliche Selbst, dass sich unbequeme Fragen stellt zu töten, für ein "einfaches", angepasstes Leben in dem man einfach dazugehören kann und von allen anderen verstanden wird.

 

Diese beiden Themen zusammenzubringen birgt vielleicht einen Schlüssel für unsere Zukunft: Sich selbst sein, in sich selbst hinein wachsen und das Leben vielleicht nicht be-stimmen aber ihm zu-stimmen können.

 

Danke für das berührende und authentische Stück.

 

http://www.viscardi-ffb.de/index.php/aktuelles/neuigkeiten/234-auf-der-suche-nach-sich-selbst

 

So wünschen wir Euch weiterhin schönes Licht, schöne Begegnungen und träumt und lebt eure Träume

 

 

Ganz liebe Grüße

 

 

Martin, Stephanie und Sarah

 

 

 

  

 

 

 

Olching, 14.04.2017, Karfreitag

 

 

 

In der christlichen Mythologie stirbt heute ein Mensch bzw. wird getötet um als noch freieres Wesen wieder aufzuerstehen. Den letzten Bericht schlossen wir mit der Erkenntnis, dass wir lernen dürfen dem Leben zu-stimmen und es nicht selber zu be-stimmen. Vielleicht nützen wir die Energie von diesem Wochenende um zu lernen, dass wir doch nicht so viel Einwirkungsmöglichkeiten bzw. Bestimmungsmöglichkeiten auf das Leben haben.

 

Obwohl es Frühjahr ist und das Leben da draußen Vollgas gibt scheint es bei uns nicht so richtig vorwärts zu gehen. Martin hat ja eine Arbeit als Fahrer angenommen 120 Stunden im Monat stehen im Vertrag zum Stundenlohn von 13€. Trotz mehrfachem darauf Hinweisen was im Vertrag steht und dass Martin für 120 Stunden eingeteilt werden möchte fand dies auf Grund von Missverständnissen nicht wirklich statt und Martin bekam jetzt im 2.Monat die nicht geleisteten Stunden vom ersten Monat abgezogen. Dies scheint nur bei Martins Vertrag so zu sein was sich jetzt nach 10 Wochen immer wieder Nachfragens herausstellte. Im Nachhinein zeigt sich für Martin, dass auch mit viel gutem Willen etwas be-stimmen zu wollen, funktioniert im Moment nicht. Das Gleiche wenn wir immer wieder an die Presse schreiben um darum zu bitten, dass sie die Vortragstermine veröffentlichen. Maximal 1 Zeitung von mehreren angeschrieben macht dies. Auch hier können wir nur zu-stimmen. Wir haben auch noch einige Veranstalter angeschrieben zwecks Veranstaltung eines Vortrages keine Rückmeldung. Bis auf eine! Am 10.Mai werden wir im Filmhaus Huber in Türkheim bei Bad Wörrishofen unseren vorläufig letzten Vortrag, in Kinoatmosphäre mit Super 4 k Projektor, halten. Da freuen wir uns darauf. Der letzte Vortrag in Gräfelfing mit 38 sehr interessierten und teilweise berührten Menschen war ein Highlight für uns in dieser Zeit wo es nicht richtig fließt. Die Idee einen Platz zum Wohnen im Freien zu finden konnten wir bislang auch nicht verwirklichen obwohl wir uns auch hierum kümmerten. Das Leben scheint im Moment etwas anderes mit uns vor zu haben. Wir bleiben gespannt und in Erwartung der Auferstehung in Freiheit.

 

2 Monate sind seit dem letzten Bericht vergangen und wir waren wie immer gut beschäftigt.

 

Die Steffi von www.keine-eile.de hat uns angefragt wegen einem Interview über unser Reisegefährt Unimog. Dieses ist jetzt dort nachzulesen. Wir haben Plätze für evtl. wohnen angeschaut, Plakate geklebt und aufgehängt, Vortrag gehalten, Martin hat seine Essenswägen herum gekarrt, Stephanie hat ihre Kinder betreut und (marokkanische) Kringel gebacken, Sarah besuchte Bücherei, Musikveranstaltungen, fotografierte ihr erstes Stillleben, und und ....

 

Letzte Woche hat sich ein Vogelpaar am Unimog so heimisch gefühlt dass es ein Nest baute und Eier legte. Dieses mussten wir leider entfernen, da wir wegfahren wollten. So musste auch  dieses Vogelpaar lernen, dass sie nicht be-stimmen können sonder nur zu-stimmen. Dies betrifft wohl alle Lebewesen. Sarah wollte unbedingt in einen Zoo was wir vorgestern dann auch verwirklichten. Diese normalerweise freie Lebewesen können auch nur zu-stimmen oder eingehen, nicht so viele Möglichkeiten. Ein letzter Satz zu diesem österlichen Lebensthema: Nelson Mandela hat in seiner 34 jährigen Haft es geschafft nicht zu zerbrechen sondern gerade dort seine innere Freiheit zu finden und zu leben.

 

Auf das jeder seine innere Freiheit erfahren darf.

 

 

 

Viel Freude und genießt das Frühjahr.

 

 

 

Buona pasqua

 

 

 

Alles Liebe

 

 

 

Martin Stephanie und Sarah             

 

Freitag, 19. Mai 2017

 

 

 

Nach Ostern dem Neubeginn, dem Start ins Frühjahr machte Stephanie im Schneetreiben zunächst das Hinterteil des Unimogs sicher gegen illegalen Wohnungsbau, da sich immer weitere Vögel entschlossen hier ihr neues Heim zu gründen. Da wir ja immer mal wieder wegfuhren wollten wir somit weiteren Zwangsumzügen vorbeugen. Soweit unsere Idee. Nach einem schönen Pferdenachmittag, wo Martin seine alten "Reiterfahrungen" hervorkramte und Sarah und Stephanie neue sammeln konnten (herzlichen Dank an die Tante von Stephanie) und vielen Essenswagen schieben, dass mit den 120 Stunden klappt jetzt, bereiteten wir uns auf unseren vorerst letzten Mongoleivortrag vor. Wir mussten nochmals einen anderen PC organisieren der für den Vortrag im Kino geeignet war. Wir lernen dabei immer mehr über die Pc`s. Der eine ist schnell hat guten Ton aber kein Full HD. Der andere hat Full HD aber die Lautstärke reicht nicht, der Dritte ist langsam hat aber Full HD und genügend Lautstärke uns so weiter, alles recht komplex.

 

Einige Tage vor unserem Vortrag, wohin wir auch mit dem Unimog fahren wollten, bekamen wir ein Mail von einem aufmerksamen Menschen der uns mitteilte, dass wir am Unimog wieder Untermieter hätten. Herzlichen Dank dafür Nils.

 

Als wir nachschauten suchten wir und suchten wir... fanden aber zunächst nichts. Als wir uns aufs beobachten aus der Ferne besannen sahen wir, dass in unser Abluftrohr vom Kühlschrank wo eine Lamelle abgebrochen war ein Vogel hineinkroch. Unvorstellbar für uns, dass da ein Vogel reinpasst. Wir schauten dann genauer nach, ja es war ein Blaumeisennest, die Mutter saß auf den Eiern bzw. Jungvögeln. Zwei Tage später wollten wir losfahren. Was tun. Wir öffneten das Lamellengitter in der Hoffnung, dass sie die "gute Stube" freiwillig verlassen wenn sie jetzt entdeckt sind. Ein naives Denken. Also die Entscheidung Zwangsumzug in ein Vogelhäuschen beziehungsweise Futterhäuschen (eine geeignete Nisthilfe mit Einflugloch in Meisengröße war grad nicht zur Hand). Was besseres fiel uns nicht ein. Wenn wir wegfahren mit Nest ist das der sichere Tod, soo gibt es noch eine Möglichkeit. Stephanie hat mit viel Gefühl und extra langen Grilllöffeln das Nest unbeschadet umgezogen. Jetzt müssten die Futterbringer noch merken oder lernen wo das neue Nest ist. Meter für Meter immer wieder im Dauerrregen wartend und beobachtend bis die Futterbringer den neuen Standort gefunden haben installierten wir das Häuschen in einem Baum.

 

Wir glauben diese Geschichte hatte kein wirkliches Happy End. Als wir am nächsten Tag den Unimog holten war das Nest leer. Diese Blaumeisen bauen natürlich nicht ohne Grund ihre Nester mit so engen Eingängen. Wohl darum, dass sich kein hungriger andere Vogel dem Nachwuchs nähern kann. In diesem Fall ging alles wohl den üblichen Weg in der Natur einer dient dem anderen (als Nahrung).

 

Uns kommt gerade der Gedanke, dass sich diese Vögel vielleicht "gedacht" haben, dass dies der  sicherste und beste Ort ist um ihre Nachkommen zu bekommen und sich sicher waren, dass sie das Richtige tun. So wie wir uns ja auch oft sicher sind das Richtige zu tun. Da wir wohl alle das große Ganze aber nicht überblicken ist es wichtig uns, für das Richtige, den Fluss  des Großen und Ganzen zu öffnen, unser "Richtiges" immer wieder in Frage zu stellen und uns demütig dem größeren Wandel hinzugeben.

 

 

 

Wir fuhren dann zum Vortrag und freuten uns in dieser speziellen Kino-Atmosphäre, auch mit der super guten Technik, unsere Reiseerfahrungen teilen zu dürfen. Das mit der Technik zog sich dann doch hin und wir konnten leider erst um 20.10 Uhr starten obwohl wir 18.45 Uhr damit begannen alles einzurichten. Herzlichen Dank nochmals an Kai den Filmvorführer der sich genauso ein nasses T-shirt erarbeitete wie wir.

 

Wir hatten wieder ein interessiertes Publikum und mit 46 Zuschauern die 3-fache Besucherzahl wie eine 200 Millionen Dollar Premiere die zur gleichen Zeit lief. Hat doch was, finden wir. Es war für uns wie auch für die Gäste wieder ein gelungener Abend und wir sagen Danke dafür. Wie dies mit den Vorträgen weitergeht werden wir sehen.

 

Noch ein großes Thema beschäftigt einen Großteil unsere Kleinfamilie, der Ackerbau, das Gärtnern. Stephanie und Sarah haben sich ein Stück Acker gepachtet, einen Sonnenacker, und entdecken sich und das Land und das Wachsen. Es ist wirklich zauberhaft das Wunder des Wachsens mitzuerleben. Wie bei der Schwangerschaft auch: Zuerst, aus diesem winzigen Körnchen soll wirklich was wachsen?! Und dann, die ersten Blätter sprießen zu sehen! Und dann, die Frucht zu bewundern und ihren Geschmack zu genießen. Doch so weit sind wir, zumindest auf dem Acker, noch nicht.

 

 

 

Wir wünschen allen, dass ihr wie viele junge Vögel flügge werdet und neugierig das Leben auf euch zukommen lasst.

 

Einen guten Übergang vom Frühjahr in den Frühsommer.

 

 

 

Alles Liebe

 

 

 

Martin, Stephanie und Sarah   

 

 

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